Der Aufenthalt in Sevilla war meiner Meinung nach einer der Tiefpunkte des gesamten Interrails. Eigentlich wollte überhaupt niemand in Sevilla sein und unsere Entdeckungswut war auch ziemlich am Ende. Obwohl Sevilla ja eigentlich den Ruf einer Weltstadt hat, bekamen wir überhaupt nichts erquickendes dort mit. Wir wohnten in einer seltsamen Butze, die irgendwas mit einem christlichen Gemache zu tun hatte. Das Zimmer war durchaus nicht schlecht, aber das war's dann auch schon.
Am Abend gingen wir ein wenig durch die Straßen in der Nähe unseres Schlafplatzes und fanden einen von Bäumen gesäumten Platz vor, der von Drogendealern und Junkies gefüllt zu sein schien. Glücklicherweise be-fand sich dort auch ein Großkino, in dem wir beinahe den Abend ver-bracht hätten. Aufgrund einiger Meinungsverschiedenheiten kam es aller-dings nicht dazu; wir kauften uns lediglich einen Humpen Popcorn. Dummerweise wussten wir nicht, daß man in Spanien wohl Popcorn ü-berwiegend mit Salz würzt und hatten so nicht viel Spaß damit. Die Tau-ben auf dem Platz dankten uns die Spende allerdings wohl.
Weitere Einzelheiten sind mir leider entfallen und mögen von anderen Per-sonen eingefügt werden.
Das einzig Erwähnenswerte wäre vielleicht noch gewesen, daß ich am fol-genden Morgen von den übrigen Bewohnern des christlichen Biests bei-nahe gelyncht worden wäre, da ich mich erdreistete das Sanitarium etwas länger zu besetzen. Deshalb versuchte man sanft aber ausdauernd die Tür einzuschlagen.

 

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