In Renesse angekommen, stellten wir fest, daß wir überhaupt nicht wußten, wo wir hin wollten, sollten oder überhaupt nur konnten. Deshalb suchten wir einfach so auf's Geradewohl einen Campingplatz, der weniger als 3 Sterne hatte, da Ralf und Stephan der festen Überzeugung waren, daß diese viel zu teuer seien. So liefen wir also von Campingplatz zu Campingplatz und folgten irgendwelchen wirren Schildern. Als wir endlich einen Campingplatz gefunden hatten, der allen zusagte, wurden wir von den dortigen Mitarbeitern herb enttäuscht ("Wir haben keinen Platz mehr frei. Geht doch mal hier die Straße hoch und dann rechts."). Also machten wir uns, mit schon gedrosselten Ansprüchen, auf zum nächsten Campingplatz.

Der weitere Tagesablauf gestaltete sich so, daß wir wie wild in Renesse umherliefen und ständig neue, gute Tips vom Personal überfüllter Campingplätze bekamen ("Seid Ihr 21? - Nein? Dann können wir Euch hier nicht aufnehmen, das ist ein Familiencampingplatz.", "Ihr wollt hier campen, nein das geht nicht.", "Geht doch mal hier die Straße hoch und dann rechts!"). Letztendlich trafen wir die Entscheidung, unser Gepäck bei der Tourist-Information unterzustellen, den weiteren Tag auf Renesse zu verbringen und dann Abends mit dem Nachtzug weiter nach Amsterdam zu fahren. Bevor wir allerdings unser Gepäck zurückbringen konnten, wur-den wir noch von einem Einheimischen des Einkaufswagen-Diebstahls beschuldigt ("Na bringt die mal ganz schnell zurück. Würdet Ihr das Zuhause auch so machen?") und wir mußten unsere 'Gepäckwagen' wieder zurückbringen. Der bewußte Einheimische stellte sich im nachhinein aber doch als hilfreich heraus, da er uns verriet, daß man in der Tourist-Information erfahren könnte, welche Campingplätze noch frei wären. So gingen wir den ca. 3 km langen Weg zur Tourist-Information zurück, auf welchem sich zum ersten Mal die ungewohnten Strapazen des 20-Kilo-Rucksack-Schleppens schmerzlich bemerkbar machten. Die freundliche Angestellte dort konnte uns auch sagen, daß es noch einen Campingplatz in Renesse gäbe, auf dem noch ein Platz für ein Zelt war. Außerdem konnten wir die Nummer der Buslinie, die dort hinführte, in Erfahrung bringen (Nr.2, falls meinen Erinnerung nicht trügt). So setzten wir uns mit wenig Optimismus, dafür aber sehr viel Pessimismus, an die Bushaltestelle und warteten auf den Bus. Nach 2 Stunden in der brennenden Son-ne waren wir doch tatsächlich versucht, die Hoffnung aufzugeben, daß der Bus noch jemals vorbeifahren würde. Schließlich erwischten wir ihn aber doch, aber nur rein zufällig, da er am falschen Bussteig abfuhr.

 

Am Campingplatz angekommen stellten wir zunächst erst einmal fest, daß wir noch eine Stunde warten mußten, bis das Rezeptionsbüro wieder öffnete. Dummerweise stellten wir aber auch fest, daß man auf diesem Campingplatz mindestens eine Woche lang bleiben mußte, um dort campen zu können. Außerdem mußte man das Camping im voraus bezahlen, was unseren Absichten, nur 3 Tage zu bleiben, nicht gerade entgegen kam. Wir blieben trotzdem, aßen etwas von unserem äußerst schmackhaften Interrail-Proviant und tranken unser letztes Bier. Nach einigem warten und zähen 1-minütigen Verhandlungen mit dem Campingplatz-Obermotz war unser Schicksal besiegelt und es war klar, daß unser Aufenthalt auf Renesse nicht sehr ausgedehnt werden würde. So gingen wir also zurück und ab in die 'Innenstadt', um etwas halbwegs vernünftiges zu essen und noch eine Stunde lang den Strand zu besuchen. Der Strand und das Meer waren sehr eindrucksvoll, außerdem war es recht stürmisch, das alles nützte uns aber nicht sehr viel.

 

Gegen 17.00 Uhr holten wir unsere Sachen wieder bei der Tourist-Information ab, mißbrauchten noch einmal die dortige Toilette und machten uns dann wieder auf zur Busfahrt in Richtung Bahnhof, welche auch problemlos verlief.

 

 

[Was hier ausgelassen wurde: Ralf und Stephan kauften sich versehentlich Pudding in 1-Liter-Tüten, da sie es für Milch hielten und Stephan übergibt sich beinahe davon. Mir allerdings schmeckt Stephans eisgekühlter Vanille-Schoko-Pudding, nachdem ich meine Mineralwasserflasche versehentlich hin und kaputt geworfen hatte.]

 

 


bis jetzt Zuschauer