Nachdem wir wieder in Richtung Bahnhof aufgebrochen waren, mussten wir zunächst noch unsere Vorräte wieder auffrischen. Das bedeutete für Thomas und mich, dass wir uns jeweils eine Flasche Vodka und zwei Tüten O-Saft besorgten, die wir beschlossen hatten auf der langen Fahrt nach Lagos zu Trinken. Unterwegs stellte sich allerdings heraus, dass wir beim O-Saft am falschen Ende gespart hatten, da er wirklich ekelhaft nach Chlortablette schmeckte. Ohne Saft hätte unser Vodka-O wohl höchstens halb so widerlich geschmeckt, aber natürlich nur ein Drittel so lange gehalten, weswegen wir den O-Saft dann doch nicht wegließen.
Zunächst führte uns unser Weg nach Huelva, von wo aus wir mit dem Bus nach Portugal weiterfuhren, da dies die einzige Möglichkeit darstellte im Süden die Landesgrenze zu überschreiten.
Auf dem staubigen, ausgetrockneten Weg vom Bahnhof zum Busbahnhof kamen wir an witzigen, dickbäuchigen Palmen vorbei, die die Straßen säumten. Im Bus angekommen lernten wir Manni, das Schaf, und seinen Kumpel Stefan kennen, mit denen wir einigen Spaß hatten.
Nach etwa zweistündiger Busfahrt durch einen Landschaft, die mir entfallen ist, kamen wir höchstwahrscheinlich in Tunes (Portugal) an, von wo aus wir mit dem Zug weiter nach Lagos fahren mussten. Thomas hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen guten Pegel erreicht und lag wild im Abteil herum. Nach einiger Zeit kam der Schaffner vorbei und Thomas erbrach sich ca. 2 Zentimeter neben den Fuß des Schaffners. Dieser ging allerdings wider erwarten einfach weiter und machte sich daraus überhaupt nichts. Thomas wurde dadurch allerdings zur allgemeinen Attraktion. Nach einer spaßigen nächtlichen Zugfahrt kamen wir schließlich gegen 1 Uhr in Lagos an, wo Thomas sich mit der Begründung, wir würden ihn alle nicht mehr mögen und dafür würde er uns im Gegenzug auch hassen, weigerte aus dem Zug auszusteigen, mich vollplärrte, ich keinen Bock mehr hatte und Stephan die Aufgabe übertrug Thomas aus dem Zug, der glücklicherweise in Lagos seine Endstation hatte, herauszubefördern. Nach längerer Diskussion gelang dies wohl auch. Sodann machten wir uns mit einer Gruppe Spanier, die schon mit uns aus Sevilla gekommen waren auf den Weg zum Strand, um dort unter Sternenhimmel mit Schlafsack im Sand zu schlafen. Mir gelang dies ohne weiteres. Eine Gruppe Deutscher bildete sich allerdings ein, auf der entgegengesetzten Seite der Düne schlafen zu müssen wie alle anderen und wurde prompt fast beklaut. Allein die Tatsache, dass sich die Gestörten ihre Taschen an den Extremitäten festgebunden hatten, bewahrte sie vor dem Diebstahl.
Nach diesem Aufruhr war allerdings dann endgültig Ruhe und wir konnten selig schlafen.

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